Lucia Palliativ e.V.

Palliativmedizin-Förderverein gegründet

„Lucia Palliativ e.V. – Förderverein für die Palliativversorgung am Katholischen Klinikum Bochum“ heißt der neu gegründete Förderverein am St. Josef-Hospital. Die ersten Mitglieder sind einige Ärzte, Pflegekräfte und Seelsorger der Abteilung für Onkologie und Palliativmedizin sowie weitere Menschen, die sich der Arbeit für Patienten in der palliativen Versorgung verbunden fühlen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die multidisziplinäre palliative Sorge auf der Palliativeinheit „Lucia“ und im Palliativen Konsiliardienst. „Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, dass für die oft schwierigen Situationen der Patienten sowie ihrer An- und Zugehörigen ergänzende Angebote von Nöten sind“, betont Vorstandsmitglied und Chefärztin der Abteilung Hämatologie/Onkologie und Palliativmedizin Prof. Anke Reinacher-Schick (3.v.r.). „Beispielsweise haben wir es immer wieder mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die sich mit der schweren und tödlich verlaufenden Erkrankung ihrer Eltern auseinandersetzen müssen. Um diesen Prozess gut begleiten zu können, holen wir uns weitere Helfer ins Boot, Trauerbegleiter, die sich auf junge Menschen spezialisiert haben. Diese Angebote, aber auch ergänzende Fortbildungen für Teammitglieder oder zusätzliche Einrichtungsgegenstände und Hilfsmittel können nicht aus dem normalen Budget finanziert werden. Mit den Spenden und Mitgliedsbeiträgen können wir aus diese Situation reagieren und solche Projekte verwirklichen.“ Gemeinsam mit den anderen Gründungsmitgliedern dankt Prof. Reinacher-Schick allen im Haus, die die Vereinsgründung organisiert haben. Eine Informationsbroschüre über die Arbeit des Vereins wird in Kürze erscheinen. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Das Foto zeigt die Gründungsmitglieder und den neu gewählten Vorstand mit dem Vorsitzenden, KKB-Pflegedirektor Elmar Hanke (5.v.r.).

St. Josef-Hospital Bochum betreibt eine hochspezialisierte Palliativstation - Das Wohl der Patienten dort hat der LUCIA-Förderverein im Blick

„Es gibt nicht nur die Hochleistungsmedizin. Es zählt nicht nur, was technisch möglich ist.“ Mit diesen markanten Worten eröffnete Prof. Anke Reinacher-Schick, Chefärztin für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im St. Josef-Hospital, im Frühjahr 2016 die neue Palliativstation. Für schwerstkranke Patienten, deren Krankheit nicht mehr geheilt werden kann, ist eine einfühlsame Betreuung mit psychologischer, physiotherapeutischer, sozialer und seelsorgerischer Begleitung enorm wichtig. Die Patientenversorgung auf dieser Station steht im Zentrum der Unterstützung des Lucia-Fördervereins.

Chemo- und Strahlentherapie werden weiterhin ihre Bedeutung in der Krebsbehandlung behalten. Aber auch dann, wenn diese Mittel ausgeschöpft sind, darf ein Patient nicht als „austherapiert“ gelten, sondern hat Anspruch auf eine

Begleitung in Würde und Wärme, betont Prof. Reinacher im Namen ihres gesamten Teams. Es arbeitet eng mit niedergelassenen Onkologen und dem St. Hildegard-Hospiz im Rahmen des Palliativnetzes Bochum zusammen. Sieben Betten hat die neue Palliativeinheit. Hinzu kommen 21 neue onkologische Betten. Die gesamte Onkologie umfasst mehr als 50 Betten.

„Die Krebstherapie ist ein wichtiges Standbein in unserem universitären Krankenhausverbund Katholisches Klinikum Bochum geworden. Die neue Palliativstation ist keine Sterbestation. Sie ist vielmehr eine Station für das Leben. Sicher müssen Palliativ-Patienten und ihre Angehörigen Trauer, Leid und Tod bewältigen. Aber es bleiben auch in dieser Phase immer auch schöne und kostbare Dinge im Leben.“, betont der Medizinische Geschäftsführer PD Dr. Christoph Hanefeld.

Das Palliativ-Team will helfen, dass diese Dinge im Blick behalten werden können – möglichst schmerzfrei und mit größtmöglicher Linderung der Symptome. Das Katholische Klinikum mit seinen fünf Krankenhäusern, so Dr. Hanefeld, ist für alle Menschen da, vom ungeborenen Baby in der Geburtshilfe über die Kinderklinik bis zur Geriatrie. Und eben auch für Menschen, deren Krankheit nicht mehr heilbar ist.

Palliativpflege – immer das Wohl der Patienten im Blick

„Bedürfnisorientierte Patientenversorgung“ – das nehmen alle kompetenten Pflegekräfte für sich in Anspruch. Auf der neuen Palliativstation im St. Josef-Hospital wird dieser Leitgedanke wörtlich genommen. Und er wird täglich gelebt.

Es fängt damit an, dass das Konzept der Station von einem interprofessionellen Team erstellt wurde, an dem erfahrene Pflegeexperten des Hauses maßgeblich beteiligt waren. Es setzt sich damit fort, dass fast alle Pflegekräfte der neuen Palliativstation schrittweise die Palliative care-Fachweiterbildung erfolgreich absolviert haben oder noch absolvieren, mehrere sind für die onkologische Pflegeversorgung qualifiziert.

Darüber hinaus steht der Station ein höherer Stellenschlüssel zur Verfügung: Zwei Pflegekräfte stehen allein für die 7 Palliativbetten bereit, alle übrigen betreuen die 21 onkologischen Patienten. Dafür gibt’s gute Gründe erläutert Stationsleiterin Marina Majnaric: „Fast alle unserer Patienten brauchen sehr intensive und persönliche Zuwendung. Dabei geht’s nicht nur darum, dass wir die Symptome wie Schmerzen und Übelkeit, ständige im Auge behalten und möglichst schnell lindern wollen. Wir achten auch stark auf das Wohlbefinden in der letzten Phase des Lebens. Da sich jede Schwester und jeder Pfleger um bestimmte Patienten kümmert, entsteht meist schnell gegenseitiges Vertrauen. Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, erfüllen auch mal ungeplante Wünsche nach einem Lieblingsessen oder sorgen für beruhigende Entspannungsklänge im Zimmer.“ Um solchen Nöten und Wünschen gerecht zu werden, lädt die Palliativpflege neben der täglichen auch zu einer großen wöchentlichen Besprechung mit allen Beteiligten ein: mit Ärzten und Therapeuten, Psychologen und Seelsorgern, Sozialarbeitern und Entlassmanagern.

Zu deren Arbeit gehört, den Angehörigen von der Aufnahme bis zum unvermeidlichen schmerzlichen Abschied möglichst viel Raum zu geben, Übernachtungen im Patientenzimmer eingeschlossen. Unnötig zu erwähnen, dass diese eigens dafür in Größe, Ausstattung sowie Komfort angemessen ausgestattet wurden. Und auch hier bietet das St. Josef-Hospital eine Besonderheit: Mehrere Zimmer haben die Möglichkeit, dass Patienten im Bett oder Rollstuhl einen Balkon nutzen können, wenn sie beispielsweise einen schönen Sternenhimmel sehen oder noch einmal Sonnenstrahlen auf dem Gesicht spüren wollen. Und wenn Patienten dabei für eine gewisse Zeit allein sein oder wenn Angehörige nach langer Begleitung einfach mal „durchatmen“ wollen, weisen ihnen die Pflegekräfte gern den Weg in einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit kleiner Küche. Kaum eingerichtet heißt dieser bei Pflegekräften und Patienten gleichermaßen längst „Unser Wohnzimmer“…

Mehr Informationen über die umfassende Pflegearbeit im Katholischen Klinikum Bochum finden Interessiert im Internet unter www.klinikum-bochum.de/pflegedirektion.html.

13.12.2016 | Lussekatter trifft Herzwaffel

Anlässlich des Namenstages der Heiligen Lucia lud unser Förderverein am 13.12.2016 zum geselligen Beisammensein in den Aufenthaltsbereich der Palliativstation. In Anlehnung an das schwedischen „Luciafest“, gab es dort neben frisch gebackenen Waffeln auch das traditionelle Hefegebäck „Lussekatter“ (Luciakatzen). Angelockt durch den leckeren Duft nutzen viele Patienten, Angehörige und Mitarbeiter die Gelegenheit, unseren Verein und seine Mitglieder persönlich kennenzulernen.

Die Heilige Lucia lebte ursprünglich übrigens auf Sizilien. Nachdem sie mit ihrer schwerkranken Mutter eine Wallfahrt unternommen hat, wurde diese wieder gesund und Lucia machte es sich aus Dankbarkeit fortan zur Aufgabe, den Armen und Hilflosen beizustehen. Konkret widmete sie sich dabei den Vertriebenen der Christenverfolgung, die sich in den Katakomben versteckten. Um in der Dunkelheit der Katakomben etwas sehen können und zugleich die Hände zum Transport von Speisen frei zu haben,  trug sie angeblich einen mit Kerzen erleuchtenden Haarkranz, der letztlich ihren Namen „Heilige des Lichtes“ begründete.