Die Geschichte des Marien-Hospitals

1867 Der Wunsch, ein Krankenhaus in Wattenscheid zu gründen, reicht bis ins Jahr 1867 zurück. Der damalige Vorstand der Gemeinde St. Gertrud unter der Leitung von Pfarrer Theodor Menke verfolgte dieses Ziel.

1869 Im Oktober 1869 wurde ein Haus an der Westenfelder Straße 24 angemietet – quasi der Ur-Ahn des Marien-Hospitals. Finanziert wurde das Hospital seinerzeit durch Spenden: 24 Zentner Kohle kamen von zwei Gelsenkirchener Bergwerken, der Direktor der Wattenscheider Zeche Centrum stiftete zehn Taler. Und der Frauen- und Mütterverein sammelte genug Geld, um zwölf Betten kaufen zu können.

1870 Im Januar 1870 gab der Paderborner Erzbischof Conrad Martin grünes Licht, so dass kurz darauf drei Vincenz-Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul in Paderborn einziehen konnten und das Hospital seine Arbeit aufnahm. 306 der damals 9000 Wattenscheider Bürger wurden dort im ersten Jahr behandelt.

1873 Auch die Stadt Wattenscheid hatte schon seit längerem ein Krankenhaus geplant: 1873 beschlossen die Stadtväter, das Grundstück zu erwerben, auf dem heute noch das Marien-Hospital steht.

1876 wurde der erste Teilabschnitt eingeweiht. Der Krankenhausvorstand der Gertrudisgemeinde einigte sich zunächst darauf, das katholische im städtischen Krankenhaus aufgehen zu lassen.

1879 Doch schon nach drei Jahren, im Oktober 1879, musste die Stadt das Haus aus Geldnot verkaufen – an die Gertrudisgemeinde.

1880 war der Vertrag perfekt. Die Gemeinde verließ ihr angemietetes Haus, zog in das Haus an der Parkstraße um und nannte es St. Marien-Hospital. Das Jahr 1880 gilt als Geburtsstunde des Marien-Hospitals.

1926 Zwischen 1926 und 1933 wurde das Krankenhaus durch zahlreiche Baumaßnahmen erheblich erweitert. Die Nazi-Diktatur und der Zweite Weltkrieg stoppten zunächst weitere Baumaßnahmen. Angriffe englischer Bomber hinterließen ihre Spuren.

1942 In der Nacht vom 8. auf den 9. März prasselte ein Hagel von Stabbrandbomben auf das Haus und sein Umfeld. Nur durch das beherzte Eingreifen von Vikar Ahrens, des Schreinermeisters Dönninghaus, der Schwester Oberin und weiterer Helfer, konnten die meisten Brandsätze unschädlich gemacht und eine Katastrophe verhindert werden.

1948 In der Zeit von 1948 bis 1979 gab es weitere umfangreiche Baumaßnahmen, durch die sich das St. Marien-Hospital zu einem modernen Krankenhaus entwickelte. So wurde zwischen 1948 und 1952 das Annahaus, ein Bettenhaus mit 110 Krankenbetten sowie der großen physikalischen Therapie im Erdgeschoss, errichtet.

1955 Zwischen 1955 und 1956 erfolgte mit dem Bau des Zwischentraktes eine Verbindung zwischen Hauptgebäude und Annahaus mit Räumen für Diagnostik und Therapie.

1957 Ende der 50er Jahre wurde der Haupteingang an die Marienstraße verlegt und eine neue, großzügige Eingangshalle errichtet.

1962 folgte der Neubau eines Schwesternwohnheimes mit 64 Plätzen und Räumen für eine Krankenpflegeschule.

1964 wurde die gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung als neue Hauptfachabteilung mit allen erforderlichen Räumen wie OPs und Kreißsälen neu eingerichtet.

1965 erfolgte der Ausbau einer Kinderstation.

1972 Umbau und Neueinrichtung der Röntgenabteilung nach dem neuesten technischen Standard.

1973 Bau eines Wohnheims mit 35 Appartements. Umzug der Ordensschwestern aus der alten Klausur in das neue Haus.

1974 Errichtung einer neuen gynäkologischen Ambulanz.

1975 Errichtung einer Personalcafeteria.

1977 Erstellung einer Anästhesieabteilung als vierte Hauptfachabteilung und Bau einer technisch optimal ausgestatteten Intensivstation.

1990 Die größte Zäsur kam in den 90er Jahren: Wegen eines Überhanges mussten im Bochumer Raum die Krankenhausbetten verringert werden. Das Marien-Hospital sah die Krise als Chance und wandelte sich zur Spezialklinik für geriatrische Akutbehandlung und Rehabilitation. Das Modell-Projekt „Reha-Klinik“ wurde vom Bund mit damals 13 Millionen DM unterstützt und kostete insgesamt 45 Millionen Mark.

1997 Der Grundstein für das neue Gebäude wurde im September 1997 gelegt, die gründlich renovierte alte Klinik in das Ensemble integriert.

2000 Die feierliche Einweihung des neuen alten St. Marien-Hospitals fand im Jahr 2000 statt.

2012  Um angesichts der starken Nachfrage die Qualität zu halten und zu verbessern, ist auf dem Gelände des ehemaligen Schwestern-Wohnheims ein fünfgeschossiger Erweiterungsbau mit einer Tiefgarage, einer Wahlleistungsstation mit 15 Ein- und zehn Zweibettzimmern im Erdgeschoss sowie drei Stationserweiterungen im 1. bis 3. Obergeschoss mit jeweils sieben Betten entstanden. Fünf Millionen Euro hat das Haus in den Neubau investiert.

2014 Im Jahr 2014 erfolgte die Fusion mit dem Katholischen Klinikum Bochum.

2015 Zum 1. April 2015 ist das Marien-Hospital mit dem St. Maria-Hilf-Krankenhaus in Bochum-Gerthe zum Zentrum für Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation des Katholischen Klinikums Bochum zusammengefasst worden. Noch gibt es zwei Standorte; bis Ende 2016 soll dann durch einen Erweiterungsbau die Konzentration am Standort Wattenscheid erfolgen.

Durch die Fusion mit dem Katholischen Klinikum Bochum und die Zusammenlegung der beiden geriatrischen Kliniken wurden der Weg für ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept zur Versorgung älterer Menschen geebnet und die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Das Marien-Hospital als Modellklinik des Bundes und des Landes hat im Bereich der Geriatrie bereits landesweit Maßstäbe gesetzt. Durch das Zusammenwachsen mit der Gerther Geriatrie entsteht am Standort Wattenscheid eines der bundesweit größten Zentren für Altersmedizin. Damit bleiben wir einer ungebrochenen Tradition treu: Hatte man im 19. Jahrhundert mit dem Hospital bereits auf das reagiert, was gesellschaftlich nötig war, so tun wir es heute noch.